„Moment verweile doch, du bist so schön.“
(Faust I, Goethe)
Fotografien sind ein wichtiger Bestandteil der Kundenkommunikation im Einzelhandel. Zum Verständnis des Phänomens Fotografie tragen (abgesehen vom physikalisch technischen Entstehungsprozess): Semiologie, Soziologie und Psychologie bei. Fotografie umfasst Inhalt (was wird fotografiert), Gestaltung (wie wird es fotografiert) und Rezeption (wie wird das Fotografierte von Betrachtenden gedeutet).
Das Wesen der Fotografie ist: einen lokalen nicht wiederholbaren Augenblick in einem reproduzierbaren Abbild festzuhalten und ihn damit zeitlich und geografisch unbegrenzt verfügbar zu machen. Fotografierende können beliebigen Menschen etwas zeigen, was sie ohne Fotografie nur Menschen zeigen könnten, die zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind.
Eine Foto ist ein Dokument, ein Beleg für die Wirklichkeit. Anm. 1) Darin unterscheidet sich die Fotografie von der Malerei, die vollständig aus dem Inneren des Malers entstehen kann. Die Fotografie benötigt die Wirklichkeit, die auch eine Inszenierung sein kann. Fotografierende wählen für das Foto einen Ausschnitt der Wirklichkeit in Raum und Zeit und einen Blickwinkel. Der gewählte Blickwinkel legt die Sicht der Betrachtenden auf die ausgewählten Objekte, ihre Beziehungen untereinander und ihre Beziehungen zum Betrachtenden fest.
Ein Foto bleibt seiner abgebildeten Wirklichkeit verhaftet. Der unvoreingenommene Betrachter sieht nicht das Foto, sondern blickt in die abgebildete Wirklichkeit. Anm. 2)
Weiter zu Betrachtende.
Anmerkungen
- Der Wahrheitsanspruch digitaler Fotografie mit Blick auf Programme wie Photoshop soll hier nicht diskutiert werden.
- Dies gilt nicht für abstrakte Fotografie.

Kommentare