und warum sie im Einzelhandel immer wichtiger wird.
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit visueller Kommunikation fokussiert auf die digitale Kommunikation im Einzelhandel.
Visuelle Kommunikation umfasst alle mit dem Auge wahrgenommenen Informationen, sie ist allgegenwärtig in Printmedien, in elektronischen Medien wie Webseiten und Fernsehprogrammen und begegnet uns in urbaner Umgebung in Schaufenstern und auf Plakaten.
Im digitalen Zeitalter werden Einzelhandelsgeschäfte durch ihre digitalen Stellvertreter im Internet, visuell wahrgenommen. Mit Zunahme der Digitalisierung bestimmen die digitalen Stellvertreter auch immer mehr das Firmenimage. Eine Entwicklung, die von Einzelhändlern nicht ignoriert werden darf.
Florist, Friseur, Fahrradverkäufer, Fitnessstudiobesitzer für alle ist es Gewinn bringend über visuelle Kommunikation nachzudenken – oder nachdenken zu lassen. Um professionell zu kommunizieren, müssen sie, neben der in der Schule erlernten Lese- und Schreibkompetenz für Sprache, auch eine Lese- und Schreibkompetenz für Bilder erwerben, denn in der Kundenkommunikation wächst der Anteil des Bildes zunehmend im Verhältnis zum Text.
Visuelle Kommunikation ist nicht an Sprachgrenzen gebunden und teils gar global verständlich. Die zu dem Verstehen notwendigen Kenntnisse sind andere, stärker interkulturell als die für Sprache. Dennoch sind Missverständnisse in der „Bildsprache“ nicht ausgeschlossen. Auch sie ist keine universelle Sprache, nicht selbsterklärend, sondern durch kulturelle und zeitliche Grenzen eingeschränkt.
Visuelle Kommunikation im Einzelhandel erfolgt zur Zeit meist mit Fotografien. Videos haben gegenüber Fotografien den Nachteil, dass sie von Betrachtenden eine Zeitspanne der Aufmerksamkeit erfordern und auf mobilen Endgeräten Empfangenden hinsichtlich des Datenvolumens teuer zu stehen kommen können.
„Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ – ein häufig verwendetes Klischee das stimmt, aber nur die eine Seite einer Medaille ist; die andere ist die Frage: was sagt ein Bild? Die Antwort ist: die Aussage eines Bildes ist nicht eindeutig, sie liegt im Auge des Betrachters, das von Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist geprägt ist. Daher werden Bilder nicht zur Erläuterung juristischer Texte verwendet.
Die vage Aussage eines Bildes kann erwünscht sein. Ist sie es nicht, nützt es dem Bild einen den Gedanken den Weg weisenden Text hinzuzufügen.
Bilder werden nicht linear wahrgenommen, im Gegensatz zu Texten die Zeile für Zeile gelesen werden. Sie wirken auf den Betrachter in einem Augenblick. Die dargestellten Objekte und ihre Beziehungen – die Inhalte des Bildes – wirken gleichzeitig. Auch die Art der Wahrnehmung unterscheidet sich von der von Texten, die bewusster wahrgenommen werden als Bilder. Das Bild wirkt direkt und emotional auf Betrachtende, wenn es wirkt. Ob es wirkt, d.h. Betrachtende nicht unberührt lässt, hängt sowohl vom Bild, als auch von den Betrachtenden ab. Es wirkt, wenn es in den Betrachtenden mit inneren Bildern in Wechselwirkung tritt.
US Wissenschaftler am MIT sagen, dass Menschen Gegenstände in Bildern erkennen können, die sie nur 13 tausendstel einer Sekunde gesehen haben. Demzufolge können 77 Gegenstände in einer Sekunde erkannt werden. Ein durchschnittlicher Leser liest 200–240 Wörter pro Minute, also höchstens 4 Worte pro Sekunde. Wir erkennen Gegenstände in Bildern 20 mal schneller als die ihnen entsprechenden Begriffe in Texten. In einer schnelllebigen Zeit verwundert es deshalb nicht, dass visuelle Information bevorzugt wird.
Der Psychologe Jerome Bruner von der Universität New York schreibt von Studien die aufzeigen, dass Menschen nur 10% von dem behalten was sie hören, 20% von dem was sie lesen aber 80% von dem was sie sehen.
Visuelle Kommunikation kann schneller aufgenommen werden und wird länger erinnert als Information die sprachlich übermittelt wird. Somit ist es verständlich, dass der Anteil des Bildes im Verhältnis zum Text wächst.
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